Geschichte der Feldschützen Niederhünigen

 

Die Feldschützengesellschaft Niederhünigen wurde am 31. Dezember 2000 aufgelöst. Der letzte Präsident der Schützengesellschaft Werner Krebs erstellt einen kleinen Rückblick zur Geschichte der Feldschützen Niederhünigen.

1911

Der Name Fellschützengesellschaft Niederhünigen entstand im Jahr 1911. Aus Initiative von 28 Schützen aus Nieder- und Oberhünigen, wurde am 29. Januar 1911 im Schwendlenbad die Feldschützengesellschaft Ober- und Niederhünigen gegründet. Geschossen wurde beim Kreuzweg in Oberhünigen, nur auf einem provisorischen Stand, da er noch nicht anerkannt war. Der erste Schiesstag war jeweils der Ostermontag. Das Unterhaltsgeld war auf Fr. 2.- festgesetzt und Fr. 2.- Eintrittsgeld.

1912

An der ersten Hauptversammlung wurde beschlossen, Kehrscheiben anzuschaffen und diese bei Andres Gotfried und Notz Jakob, beide im Holz in Auftrag zu geben.

1913

An der Hauptversammlung wurde einstimmig beschlossen, am Feldsektionswettschiessen teilzunehmen und zudem eine Busse von Fr. 5.- festgesetzt, der am Wettschiessen ohne Entschuldigung fernblieb.

1914

Auf den 1. Januar trat eine neue Schiessverordnung in Kraft, da neue Munition herausgegeben wurde. Diesen neuen Anforderungen entsprach die Schiessanlage nicht mehr, und so musste nach einem neuen Projekt Umschau gehalten werden. In Anbetracht dass die Gesellschaft aus Mitgliedern von Ober- und Niederhünigern bestand, wurde das Projekt gewählt, das den Oberhünigern und dem Holz am nächsten stand. Nämlich der heutige Schiessstand Allmend, der bis im Jahr 2000 benützt und immer wieder ausgebaut und verbessert wurde. Das zweite Projekt, Schiesstand hinter Fritz Graf und der Scheibenstand am “Schmittehoger” wurde fallengelassen.
An der ausserordentlichen Hauptversammlung erklärten die Oberhüniger den Austritt aus der Feldschützengesellschaft mit der Absicht eine eigene Gesellschaft zu gründen. Nach einer hitzigen Diskussion wegen der Jahresrechnung, die mit einem Defizit von Fr. 111.10 abschloss, und der Enttäuschung über die Oberhüniger, verlangten die noch in der Gesellschaft verbliebenen eine Statutenrevision und beschlossen, die Gesellschaft solle von jetzt an Feldschützengesellschaft Niederhünigen heissen. Der Bau der Schiessanlage wurde noch hinausgeschoben. Die Scheiben wurden am Waldrand auf dem Schafboden aufgestellt und geschossen wurde beim heutigen Schützenhaus im Freien. Tschanz Jakob (Grossvater von Ulrich Tschanz Velos/Motos) wurde als Zeigerchef gewählt, mit einem Stundenlohn von Fr. 1.- mit der Auflage, dass er noch einen zweiten Zeiger zu besolden hatte. Vom Wirt Schwendlenbad und zwei weiteren Personen wurden alsbald Einsprachen gemacht, betreffend des Schiessplatzes und des Scheibenstandes. An einer Vorstandssitzung vom 6. April 1914 mit Einbezug eines Gemeinderates wurde die Angelegenheit geregelt und die Anstösser zum Teil auch entschädigt. An der gleichen Sitzung wurde auch beschlossen, an den Schiessübungen Bier zu verkaufen, da eine Offerte per Liter franko Schiessplatz zum Preis von 30 Rappen vorlag.

Am 27. Mai 1914 wurde eine ausserordentliche Hauptversammlung einberufen, welche von 27 Mitgliedern besucht wurde, um die Streitigkeiten mit den ausgetretenen Oberhünigern zu schlichten. Es ging um die Wertschätzung des Scheibenmaterials. Den Oberhünigern wurde jedoch nichts ausbezahlt.

1915-1919

Infolge des ausgebrochenen 1. Weltkrieges passierte bis 1919 nicht mehr viel im Verein.

1920

An der Hauptversammlung vom 27. Februar lag ein Plan und Devis von Gotfried Andres vor, für ein Schützenhaus zum Preis von Fr. 3‘174.-.

1921

Die ausserordentliche Hauptversammlung am 10. September 1921 beschloss dann einstimmig im nächsten Winter ein Schützenhaus und einen Scheibenstand zu erstellen. Die Scheibenzüge wurden in Schaffhausen bestellt, System Meyer-Moser. Diejenigen Mitglieder welche ihre vorgeschriebenen Tagwerke nicht geleistet haben, mussten pro Tag Fr. 5.- bezahlen.
Das Schützenhaus wurde nach Plan Gotfried Andres ausgeführt. Merkwürdig war nur, dass nach der Fertigstellung des Baues kein Brett übrig blieb um einen Tisch oder einen Bank zu erstellen.

1922

Am 8. Juli 1922 wurde der Feldschützengesellschaft das Feldsektionswettschiessen dieses Jahres übertragen mit den Gesellschaften: Häutligen, Stalden, Konolfingen und Oberhünigen. An Auszeichnungen wurden 4 Sektions- und 25 Einzelkränze bestellt. Die Schiessresultate waren gar nicht Erfreulich! Den Sektionskranz erreichte keine einzige Gesellschaft und Einzelkränze gab es nur 6.
Am 24. Nov. 1922 waren alle Baukosten zusammen gestellt und ergab einen Totalbetrag von Fr. 5‘100.-.

1923

Am Eidgenössischen Feldschiessen im Jahr 1923 belegte Niederhünigen den 1. Rang in der Kategorie 3 vom Landesteil Emmental.

1926

Im Jahr 1926 wurde beschlossen auf 6 Scheiben auszubauen. In diesem Jahr zählte die Gesellschaft 42 Mitglieder.

1929

Im Jahr 1929 nahm die Gesellschaft das erste mal an einem Eidgenössischen teil. Mit 26 Schützen fuhren sie nach Bellinzona.

1940

Infolge der Kriegswirren fand im Herbst 1940 keine Hauptversammlung statt und auch die Schiesstätigkeit ging stark zurück, da den Schützen fast keine Munition mehr zur Verfügung stand.

1945

Die Schützengesellschaft wurde von den FS Ursellen und Mirchel angefragt betreffend gemeinsames Z’ vierischiessen. Das Schützenbot entschied sich für Mirchel.

1949

Für Fr. 1420.- wurde die erste Fahne in Berner Damast von Sigrist Langenthal angeschafft. Fahnenweihe im Konolfingerverband (Eidgenössisches in Chur).

1950

Beschaffung von neuem Scheibenmaterial. Scheiben mit Einsatzrahmen.

1951

Verhandlungen mit Konolfingen-Dorf für ein Z’ vierischiessen.

1952

Einbau einer WC-Anlage im Schützenhaus.

1958

Im Scheibenstand wurden Scheibenzüge montiert und Überdacht.

1962

Einbau einer neuen Signalanlage und Erweiterung des Schützenhauses um zwei Läger, dazu Büroraum und Keller.

1964

Das 50 jähriges Jubiläumsschiessen am 29./30. August wurde gutgeheissen und Durchgeführt.

1973

Ausserordentliche Hauptversammlung. Rückzug der Wahl eines Mitgliedes (Glauser Ulrich) und dann die Wahl von Walter Brenzikofer.

1976

Besondere Ehrung für Hans Gfeller. Mit 15 Jahren Munitionsverwaltung konnte er die Verdienstmedaille in Empfang nehmen.
Das Schützenhaus bekommt einen Wasseranschluss und die WC-Anlage wurde saniert.

1982

Mithilfe bei der Durchführung des Emmentalisches Schwingfestes in Niederhünigen in Zusammenarbeit mit den Schwingclubs Zäziwil und Oberdiessbach sowie der Hornussergesellschaft Stalden.

1983

Der Präsident Hansruedi Schürch tritt nach 30 jähriger Tätigkeit im Vorstand zurück (1947-1971 und 1977-1983).

1989

Probleme mit dem Scheibenstand. Wegen eines zu hoch geratenes Reservoir-Baus konnten die Scheiben 7 und 8 nicht mehr benützt werden. Nach zähen Verhandlungen konnte man sich auf eine Entschädigung von Fr. 40’000.- mit der Versicherung einigen.
An der ausserordentlichen Hauptversammlung wird die Beschaffung von 4 Elektronischen Scheiben vom Typ Polytronic TG 3000 zum Preis von Fr. 86’000.- beschlossen.

1990-1991

Einbau der Polytronic-Scheiben im Winter 1990/91. Ebenso ein Umbau inkl. Lärmschutz vom Schützenhaus. Dies sollte laut Eidgenössischen Schiessoffizier genügen, um der 1992 in Kraft tretenden Lärmschutzverordnung stand zu halten.

1993

Erste Lärmschutzmessung der Fa. Grollimund und Petermann AG. Und alsbald stellt sich heraus, dass die Aussage vom Schiessoffizier nichtig war. An mehr als 12 Liegenschaften traten zum teil massive Lärmüberschreitungen auf. Da musste gehandelt werden, aber wie ?

1996

Beschaffung von Bildschirmmonitoren zum Preise von Fr. 2’700,- pro Scheibe.
Im Bereich Lärmschutz empfiehlt der Kanton die Einrichtung von Schutzwände, Erdwalme und/oder Schiesstunnel. Der Gemeinde wird empfohlen eine Lärmschutzwand zu erstellen.

Zweite Lärmschutzmessung durch den Schiessoffizier, mit und ohne Lärmschutztunnel. Das Resultat war negativ. Wegen der Eidgenössischen Lärmschutzverordnung müssen wir unseren Stand im März 2002 schliessen.
An einer Vorstandssitzung lässt der Schiessoffizier einen kleinen Hoffnungsschimmer leuchten. Dank der guten Auslastung der Anlage, besteht eine Chance die Lärmsituation mit dem erstellen einer Lärmschutzwand auf der Nordseite zu verbessern.

Dritte Lärmmessung mit einer Lärmschutzwand. Das Resultat war leicht besser, aber immer noch negativ.

1997

Der Bericht vom Kanton über die Lärmsanierung der Schiessanlage ist eingetroffen. Die Schiessanlage hat massive grenzüberschreitende Lärmwerte und muss somit im März 2002 endgültig geschlossen werden.

1998

Anfragen für möglichen Wechsel der Feldschützengesellschaft Niederhünigen zu Stalden oder Ursellen. Beide Vereine gaben Positiven Bescheid. Unsere Wahl war zur Feldschützengesellschaft Ursellen.

1999-2000

Wahl eines Ausschusses für die Aufnahme von Verhandlungen mit der Feldschützengesellschaft Ursellen mit dem Ziel die Auflösung der beiden Vereine und eine Neugründung zu einer Gesellschaft mit gegengezeichnetem Vertrag und neuen Statuten sowie neu zu wählenden Vorstand.
Am 31. Dezember 2000 wurde die Feldschützengesellschaft Niederhünigen aufgelöst.

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